PÄDAGOGISCHE KONZEPTION DER PRIVATEN ELTERNINITIATIVE KINDERGARTEN ZWERGENLAND


1. VEREIN
Der Verein „Kindergarten Zwergenland e.V." setzt sich aus etwa 50 Mitgliedern zusammen. Dies sind in erster Linie die Erziehungsberechtigten der zu betreuenden Kinder. Die Mitglieder zahlen einen Vereinsbeitrag, der ausschließlich zu Gunsten des Vereins verwendet wird. Die Verwaltung und Betreuung des Vereins wird ehrenamtlich durch von der Elternschaft im Abstand von zwei Jahren gewählte Vorstandsmitglieder (Erste(r) und Zweite(r) Vorsitzende(r), Kassenwart) durchgeführt. Der Verein ist Mitglied im paritätischen Wohlfahrtsverband.


2. GESETZLICHE GRUNDLAGE
Die gesetzliche Grundlage und der Auftrag des Kindergartens ergeben sich aus §2 des Gesetzes über Tageseinrichtungen für Kinder.
„(1) Der Kindergarten ist eine sozialpädagogische Einrichtung und hat neben der Betreuungsaufgabe einen eigenständigen Erziehungs- und Bildungsauftrag als Elementarbereich des Bildungssystems. Die Förderung der Persönlichkeitsentwicklung des Kindes und die Beratung und Information der Erziehungsberechtigten sind von wesentlicher Bedeutung; der Kindergarten ergänzt und unterstützt dadurch die Erziehung des Kindes in der Familie.
(2) Der Kindergarten hat seinen Erziehungs- und Bildungsauftrag im ständigen Kontakt mit der Familie und anderen Erziehungsberechtigten durchzuführen und insbesondere
die Lebenssituation jedes Kindes zu berücksichtigen,
dem Kind zur größtmöglichen Selbstständigkeit und Eigenaktivität zu verhelfen, seine Lebensfreude anzuregen und zu stärken,
dem Kind zu ermöglichen, seine emotionalen Kräfte aufzubauen,
die schöpferischen Kräfte des Kindes unter Berücksichtigung seiner individuellen Neigungen und Begabungen zu fördern,
dem Kind Grundwissen über seinen Körper zu vermitteln und seine körperliche Entwicklung zu fördern,
die Entfaltung der geistigen Fähigkeiten und der Interessen des Kindes zu unterstützen und ihm dabei durch ein breites Angebot vonErfahrungsmöglichkeiten elementare Kenntnisse von der Umwelt zu vermitteln.
(3) Der Kindergarten hat dabei die Aufgabe, das Kind unterschiedliche soziale Verhaltensweisen, Situationen und Probleme bewusst erleben zu lassen und jedem einzelnen Kind die Möglichkeit zu geben, seine eigene soziale Rolle innerhalb der Gruppe zu erfahren, wobei ein partnerschaftliches, gewaltfreies und gleichberechtigtes Miteinander, insbesondere auch der Geschlechter untereinander, erlernt werden soll.
(GTK, 4. Aufl., 2/1990, S. 2f)


3. ÖFFNUNGSZEITEN
Blocköffnung für Kinder: 7:00 Uhr bis 14:00 Uhr
Bürozeit: 7:00 Uhr bis 8:00 Uhr und 12:30 Uhr bis 14:00 Uhr oder nach Vereinbarung


4. GRUPPENSTÄRKE UND PERSONELLE BESETZUNG
Unsere 25 Kinder werden von drei Erzieherinnen betreut, von denen die eine zugleich als Leiterin der Einrichtung neben den pädagogischen Inhalten auch für administrative Aufgaben verantwortlich ist.


5. GESTALTUNG DER RÄUMLICHKEITEN
Als eingruppige Einrichtung verfügen wir mit über 170m2 Platz, über einen großen Gruppenraum, einen Nebenraum, eine geräumige Küche, ein Büro, einen Waschraum mit Toiletten sowie einen Abstellraum und Flur.
Bei der Gestaltung der Räumlichkeiten wurden die elementaren Bedürfnisse der Kinder nach Gemeinschaft, Bewegung, Ruhe und Rückzug als Anregung genommen.
Im Gruppenraum befinden sich neben einigen Tischgruppen eine einladend gestaltete Frühstücksecke mit Kinderküche.
Der mit Teppichboden ausgelegte Nebenraum enthält eine zweite Ebene, die unterschiedliche Möglichkeiten der Gestaltung bietet. In den unterschiedlichen Räumen befinden sich - stets rotierend - ein Baubereich, eine Kuschelecke, eine Puppenecke, eine Verkleidungsecke als Möglichkeit für Rollenspieleund eine Leseecke. Das Büro bietet Rückzugsmöglichkeiten für Kinder, die Ruhe suchen.
Der große Küchenraum bietet eine reichhaltig ausgestattete Werkstatt, die zum Bauen mit Holz und anderen Materialien sowie zum Werken und Ausprobieren einlädt.
Im Flurbereich befinden sich die Kindergarderoben. Der Flur dient nach der Bringzeit dem täglichen Bewegungsangebot.


6. DIE PÄDAGOGISCHE ARBEIT


Ziele
Die Größe unseres Hauses mit nur 25 Kindern und drei Erzieherinnen ist für uns Anlass, eine familiäre Atmosphäre mit einer liebe- und vertrauensvollen Basis zu unserem wichtigsten pädagogischen Ziel zu erklären.
Im täglichen Miteinander sollen die Kinder sich in erster Linie wohlfühlen und den Umgang miteinander üben, eigene Fähigkeiten entdecken und ausleben, sich gegenseitig akzeptieren lernen, eigene und fremde Gefühle wahrnehmen und sich damit auseinander setzen.
Räumlichkeiten und Spielmaterialien - sowie der Wald um unseren Kindergarten herum -halten für die Kinder ausreichende Möglichkeiten zum Erkunden und Ausprobieren bereit.
Auf der Grundlage des partnerschaftlichen Erziehungsstils wird eine größtmögliche Förderung der Selbstständigkeit und Eigenverantwortlichkeit der Kinder angeregt.
Ein für uns sehr wichtiges Ziel ist es, die Kinder zum eigenständigen Ausprobieren zu motivieren. Hierbei ist es für uns besonders relevant die naturwissenschaftliche Bildung und die intensive Auseinandersetzung in allen Wissensbereichen zu fördern.


Leben in der Gemeinschaft
Das Leben und Erleben in der Gemeinschaft Gleichaltriger bekommt in der heutigen Zeit mit immer mehr Kleinfamilien, Einzelkindern und alleinerziehenden Eltern einen zunehmend höheren Stellenwert. Um zu einem harmonischen Miteinander zu finden, erfahren die Kinder im Kindergarten die Notwendigkeit von Regeln und Grenzen und lernen mit Hilfe der Erzieherinnen Konflikte gewaltfrei und partnerschaftlich zu lösen. Jedes Kind wird mit seinen Bedürfnissen ernst genommen, wobei gegenseitige Rücksichtnahme unabdingbar ist.


Tagesablauf
Unsere Einrichtung öffnet um 7:00 Uhr. Die Kinder werden gleitend bis 9:00 Uhr gebracht.
Die Zeit bis etwa 10:30 Uhr wird zum Freispiel und Frühstücken (siehe weiter unten - Essen im Kindergarten) genutzt. In dieser Zeit können die Kinder selbstständig bestimmen wo, mit wem und was sie wie lange spielen möchten. Die Erzieherinnen setzen hierbei lediglich Impulse, die die ganzheitliche Förderung des Kindes berücksichtigen sollen. Dies beinhaltet z.B. Angebote im Kreativbereich (Mal- und Basteltische), Bewegungsangebote, die Möglichkeit zu Rollenspielen oder das Ausprobieren von Musikinstrumenten.
Neben den Kindern, die zwischen 12:00 und 12:30 Uhr abgeholt werden, gibt es Mittagskinder, die bis 14:00 Uhr in der Einrichtung bleiben und dort auch warm zu mittag essen. Die Kinder decken hierzu gemeinsam den Mittagtisch und stellen Schüsseln und Getränke auf den Tisch
Auf Grund der Lage unseres Hauses in unmittelbarer Nähe des Waldes gehört eine Zeit des Spielens im Freien bzw. im Wald zu einem häufig genutzten Angebot. Montags ist unser Waldtag, an dem wir den gesamten Vormittag über die Natur erkunden und genießen.


Projekte
Im Laufe eines Kindergartenjahres erarbeiten wir mit den Kindern Projektthemen. Die Auswahl dieser Themen erfolgt durch Impulse unterschiedlichster Art:
- Fragen und aktuelle Interessen der Kinder
- Jahreszeitliche Begebenheiten
- Besondere Situationen oder Vorfälle innerhalb der Gruppe oder Familie eines Kindes, wie die Geburt eines Geschwisterkindes, der Tod eines nahen Verwandten u.a.
- Außergewöhnliche Situationen im Umfeld der Einrichtung (z.B. Baustelle)
Ziel unserer Projektarbeit ist es, auf situationsorientierte Weise den Kindern Gelegenheit zu bieten, sich mit aktuellen Ereignissen auf geeignete Weise auseinander zu setzen, Erlebnisse in der Gruppe zu verarbeiten, Denkanstöße zu geben und zu bekommen, die Wahrnehmung der Kinder zu sensibilisieren und zu schärfen und zugleich Fachwissen zu vermitteln.
Dies geschieht stets auf ganzheitlicher Weise und unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Entwicklungsstadien der einzelnen Kinder.
Angesprochen und gefördert werden
- der emotionale Bereich
- der kognitiv/soziale Bereich
- der motorische Bereich
- der kreativ/musische Bereich
- der auditiv, visuelle & taktile Bereich


Essen im Kindergarten
Innerhalb des Gruppenraumes existiert eine Frühstücksecke, die sich zweckmäßigerweise neben der Kinderküche befindet. Der Frühstückstisch ist ansprechend mit Kerze und jahreszeitlich typischer Dekoration gedeckt. Getränke wie Milch, Tee und Wasser befinden sich auf dem Tisch. In der Zeit zwischen 8:00 und 10:30 Uhr treffen die Kinder eigenständig die Entscheidung, wann sie frühstücken möchten. Sie holen sich dazu ihre mitgebrachten Brottaschen, decken ihren Platz mit Porzellanteller und -tasse selbstständig ein und packen ihr Frühstück aus. Die Kinder sollen ein ausgewogenes Frühstück (Müsli, Brot, Obst oder Rohkost) in individuell angemessenem Umfang mitbringen. Im Anschluss an das Essen räumen die Kinder eigenständig auf (spülen, abtrocknen, einräumen, Platz säubern, Brottasche fortbringen).
Die gemeinsame Mahlzeit bietet Raum und Anlass für rege Gespräche miteinander. Nach dem Essen putzen die Kinder ihre Zähne im Waschraum. Das Gemeinschaftserlebnis steht hierbei im Mittelpunkt und bereitet den Kindern viel Freude.
An einem Tag in der Woche, z.Zt. am Freitag, bieten wir für die Kinder ein Frühstücksbuffet an, das wir in der Gesamtgruppe gemeinschaftlich genießen. Wir stellen Brot, Brötchen, Wurst, Käse, Obst und Gemüse oder Müsli und Obst auf den Tisch und die Kinder wählen selbst, was und wie viel sie frühstücken möchten. Die Förderung der Selbstständigkeit, Entscheidungsfreiheit und Experimentiermöglichkeiten für die Kinder stehen hierbei im Vordergrund.
Neben den Kindern, die zwischen 12:00 und 12:30 Uhr abgeholt werden, gibt es Über-Mittag-Kinder, die bis 14:00 Uhr in der Einrichtung bleiben. Sie bekommen ein frisch gekochtes, kindgerechtes Mittagessen vom Menüservice Meyer , - speziell auf den Geschmack unserer Kinder zugeschnitten und ganz bewusst ohne Konservierungsstoffe und den Zusatz von Geschmacksverstärkern. Die Kinder decken hierzu gemeinsam den Mittagtisch und stellen Schüsseln und Getränke auf den Tisch. Da die Kinder sich selbst bedienen, lernen sie, ihre Bedürfnisse einzuschätzen. Sie entscheiden alleine, was und wie viel sie essen möchten. Die Gemeinschaft mit Tischgesprächen regt die Essfreude an und motiviert zum Probieren unbekannter Speisen. Zusammen mit den Kindern wird der Tisch abgeräumt und gesäubert. Das Geschirr wird in die Spülmaschine eingeräumt. Im Anschluss putzen die Kinder wieder ihre Zähne. Jede Mahlzeit wird somit zu einem Rundum-Erlebnis, bei dem nicht nur die Nahrungsaufnahme von zentraler Bedeutung ist, sondern überdies das Gemeinschaftsgefühl und die Selbstständigkeit der Kinder gefördert wird.


Feste
Besondere Höhepunkte innerhalb des Kindergartenjahres sind unsere Feste und Feiern.
Geburtstage
Die Geburtstage der Kinder werden innerhalb des Vormittags gefeiert. Das Geburtstagskind entscheidet einige Tage im voraus, welcher Kuchen gebacken werden soll. Ebenso darf es sich einen Kopfschmuck (Krone oder Flechtkranz) wünschen, der individuell angefertigt wird. Am Geburtstagsmorgen backen die anderen Kinder den Kuchen für das Geburtstagskind, welches gleich bei seiner Ankunft den Kopfschmuck erhält und somit für alle sichtbar im Mittelpunkt steht.

Kuchen backen in unserer Küche

In gemeinsamer Runde wird im Anschluss an die Freispielzeit gefeiert. Hierbei steht das Geburtstagskind im Zentrum, erzählt, wie es am Morgen zu Hause war, welche Geschenke es bekommen hat und wie der Geburtstag zu Hause gefeiert wird. Es werden Geburtstagslieder gesungen, das Kind wird hochleben gelassen und darf Wünsche zu Spielen äußern. Jedes Geburtstagskind erhält ein kleines Geschenk und darf den Kuchen an die anderen verteilen.
Andere Feste
Zu Festen, die nur mit den Kindern gefeiert werden, zählen außerdem die Karnevalsfeier kurz vor Rosenmontag und der Nikolaustag im Dezember.
Größere und in Zusammenarbeit mit den Eltern durchgeführte Feste sind jährlich das Sommerfest, das Martinsfest sowie die Weihnachtsfeier.
Die Kinder werden über den Sinn und Hintergrund religiöser Feste informiert.


Schulvorbereitung
Der Kindergartenalltag als solcher dient stets in seiner Komplexität der gezielten Vorbereitung auf die Schule.
Hierbei steht keineswegs die Vermittlung reinen Wissens im Vordergrund, sondern das Erlangen der sozialen Schulreife.
Die Kinder sollen lernen zuzuhören und das Gehörte umzusetzen (z.B. Arbeitsaufträge, Regeln, Mitteilungen an die Erziehungsberechtigten). Sie werden darin geschult, sich mitzuteilen, Wünsche zu äußern, sich durchzusetzen, Toleranz zu üben und Rücksicht zu nehmen, Lösungswege zu finden.
Im motorischen Bereich werden die Kinder befähigt mit Materialien wie Schere, Kleber oder Stiften zu arbeiten. Sie lernen sich selbstständig an- und auszuziehen, Schleifen zu binden und ihre Sachen zusammen zu halten.
Im Laufe der Jahre entwickeln sie eine gesunde Frustrationstoleranz, lernen Niederlagen und Misserfolge zu verarbeiten, Ablehnung auszuhalten, Unlust zu bewältigen, sowie eigene Bedürfnisse hinter denen anderer zurück zu stellen.
Das letzte Kindergartenjahr vor der Einschulung wird zur Durchführung eines speziellen „Vorschulprogramms" genutzt. Die Kinder gewöhnen sich daran, baldige Schulanfänger zu sein. Sie finden sich in dieser Gruppe erstmals vormittags und dann an bestimmten Nachmittagen zusammen, um zu basteln, Ausflüge zu unternehmen, Rallyes und Besichtigungen zu machen oder Museen zu besuchen, zu backen und auf vielfältige Weise Gemeinschaft zu erleben. Ziel dieser besonderen Zeit ist es, das Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl der Kinder zu stärken, die Spannung und Motivation des letzten Kindergartenabschnitts noch einmal anzuheben und zu erhalten.
Abschluss und Höhepunkt der Aktivitäten ist ein Tagesausflug zum Ketteler Hof.
Gezielte Inhalte und Ziele der Vorschularbeit im letzten Jahr:
  • Naturwissenschaftliche Grundbildung (Phänomene experimentieren)
  • Hör- und Sprachspiele (Silben klatschen, Reimspiele)
  • Hör- und Wiedergabeverständnis (Nacherzählen von Geschichten)
  • Feinmotorische Übungen (schneiden, Stifthaltung, Arbeitsblätter, Namen schreiben lernen und wiedererkennen)
  • Raumwahrnehmung (links, rechts, über, unter, hinter…)
  • Logisches Denken fördern (Gesellschaftsspiele, Lük-Tafeln)



Elternarbeit
Die Mitarbeit der Eltern nimmt in einer Elterninitiative mit nur 25 Kindern und drei Erzieherinnen einen besonderen Stellenwert ein. Der partnerschaftliche und offene Umgang zwischen Eltern, Erzieherinnen und Vorstand ist hierbei charakteristisch für unsere Einrichtung und prägt die besondere Atmosphäre.
Eltern werden auf vielfältige Weise in den Kindergartenalltag integriert: Es werden gemeinsame Stuhlkreise angeboten, Bastelabende, Vater-Kind-Aktionen, Großelternnachmittage, Hospitationen und Elterngespräche.
Es liegt in der Natur einer Elterninitiative, dass die Mitarbeit der Eltern auch in Form gewisser Pflichtarbeitsstunden vorausgesetzt wird: Eltern übernehmen kurzfristig die Vertretung bei Personalausfall, führen Arbeiten am Außengelände aus, erledigen Renovierungsarbeiten u.a.
Zur Durchführung von Festen und Bazaren , deren Erlös dem Kindergarten zukommt, ist die Mithilfe der Eltern unabdingbar.